Authentisch reden und präsentieren: Über Individualität und wie Vorbilder manchmal helfen

Ein Beitrag des Redners, Trainers und Unternehmers Jonny Hofer. –

Warum einige Redner erfolgreicher sind als andere, wird immer wieder diskutiert und steht in vielen Büchern. Als Interessierter erhalten Sie ein ganzes Füllhorn an Ratschlägen.

Leider sind viele davon einseitig, was nicht verwundert. Denn mancher Redner stellt gerne bestimmte Eigenschaften und Methoden in den Vordergrund, die ihn persönlich zu einem erfolgreichen Redner gemacht haben. Nur genau hier, in diesem Detail, steckt der Haken, „ihn persönlich…“!

Auf die individuellen Unterschiede kommt es an

Es gibt zwar auch Gemeinsamkeiten, die alle guten Redner ausmachen, entscheidend ist aber die Tatsache, dass jeder Redner individuell ist. Es gibt keine wie auch immer geartete, definierbare Rednerpersönlichkeit, die den Erfolg garantiert. Es gibt gewisse Grundlagen, die Sie als Redner beherrschen sollten, jedoch gilt grundsätzlich: Erfolgreiche Redner zeigen immer ihre Einmaligkeit und ihre unverwechselbare Persönlichkeit.

Darum gibt es auch nicht die „einzig wahre“ Methode, die Sie zu einem grandiosen Redner macht. Vielmehr gilt es herauszufinden, welche Methoden und Stilmittel, welcher Einsatz welcher Techniken zu Ihnen passt. Nur weil Sie dasselbe wie ein anderer tun, muss es nicht genauso erfolgreich sein.

Seien Sie auch in Ihrem Verhalten stimmig

Neben Ihrer Individualität und dem Einsatz der zu Ihnen passenden Methoden gehört noch ein dritter, entscheidender Punkt für die Karriere eines erfolgreichen Redners: Zeigen Sie Ihre persönlichen Eigentümlichkeiten, Ihr individuelles Verhalten, Gestik und Mimik, die zu Ihrer eigenen Persönlichkeitsstruktur passen. Dann sind Sie stimmig, oder anders ausgedrückt: authentisch. Ist dies der Fall, wirken Sie echt und können Ihre Zuhörer überzeugen.

Ahmen Sie fremde Vorbilder nach und versuchen Sie diese zu kopieren, also eine Rolle zu spielen, nimmt Ihnen das der Zuhörer oft nicht oder nicht lange ab. Bei aller Mühe besteht die Gefahr, dass Sie auf Ihr Publikum unecht und unglaubwürdig wirken.

Wie Vorbilder dennoch nützlich sein können

Um Grundlagen und bestimmte Methoden zu lernen, kann es für eine gewisse Zeit sinnvoll sein, von Vorbildern zu lernen. Wählen Sie in diesem Fall nicht den erstbesten erfolgreichen Redner, sondern suchen Sie sich den, bei dem Sie das Gefühl haben, dass er Ihrem eigenen Persönlichkeitsprofil sehr nahe kommt. Hat dieser Redner bereits ein Buch herausgebracht? Wunderbar – stellen Sie sich vor den Spiegel und lesen Sie laut daraus vor. Zeigen Sie sich selbst Ihre Emotionen, während Sie laut vorlesen. Sich selbst anzusprechen kann anfangs schwierig sein, ist aber eine Sache der Gewöhnung. Wenn Sie jedoch merken, Sie könnten dies so nie sagen oder vertreten, suchen Sie sich ein anders Vorbild.

Erstellen Sie dann eine eigene kurze Rede und halten Sie diese vor dem Spiegel. Ahmen Sie einmal Ihr Vorbild nach und entscheiden dann, ob das Ganze stimmig war. Nun sprechen Sie dieselbe Rede auf Ihre individuelle Art und Weise. War das stimmiger? So können Sie im Prinzip mit einer kurzen Rede, Schritt für Schritt den Weg zu Ihrer individuellen Rednerpersönlichkeit gehen.

Erkennen Sie Ihre Individualität

Jeder gute Redner hat in irgendeiner Form gelernt, sich selbst in seiner Individualität zu erkennen – entweder durch Ausprobieren wie in diesem Beitrag beschrieben, oder durch andere Methoden, mit deren Hilfe er seine persönlichen Stärken und Möglichkeiten herausgefunden hat. Das lohnt sich, denn gelingt Ihnen dies, werden Sie auf Ihr Publikum in jedem Fall glaubwürdig wirken.

Autor: Jonny Hofer
© Rhetorikmagazin, Foto: Jonny Hofer


Jonny Hofer ist Redner und Trainer und mit seinen Vorträgen bereits in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Griechenland, Zypern, Irland, England, USA, Dubai (VAE) und Abu Dhabi (VAE) aufgetreten.

Eines der Spezialthemen von Jonny Hofer ist die moderne Gehirnforschung: Warum und wie spricht der Raum, in dem Sie sitzen, welches Ihrer Gehirnareale an? Welche Folgen hat das für Ihr Handeln? Welche Produktform und -farbe hinterlässt wo in Ihrem Gehirn welchen Eindruck? In seinen Vorträgen und mit seinen Geschichten erfährt das Publikum Interessantes und Verblüffendes über die vielfältigen Phänomene des Gehirns.


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