Rhetorik leicht gemacht: Wort, Satz und Sieg

Am Anfang war das Wort – und irgendwann kam der erste Redner und bildete Sätze. Was sollten Sie beim Satzbau beachten, um nicht wie der erste Redner, sondern wie ein erfahrener Profi zu wirken? Es gibt einfach anwendbare Kunstgriffe, die Sie sowohl bei vorbereiten Reden, als auch bei Stegreifreden anwenden können.

Grundlegend  und entscheidend: Bringen Sie Ihre Sätze korrekt zu Ende.

Bereits indem Sie Ihre Sätze richtig bilden, vermitteln Sie Ihrem Publikum Kompetenz. Umgekehrt lassen falsch gebildete Sätze auf Unzulänglichkeit und Hilflosigkeit schließen, unabhängig vom Inhalt Ihrer Rede und auch wenn Sie fachlich tatsächlich kompetent sind. Darüber hinaus leidet unter einem mangelhaften Satzbau die Verständlichkeit Ihrer Rede. Machen Sie es sich und Ihrem Publikum daher nicht unnötig schwer und verwenden Sie eine korrekte Grammatik.

Dass Sie sich grammatikalisch verlaufen, kann Ihnen am ehesten mit unübersichtlichen Bandwurmsätzen passieren.

Verwenden Sie deshalb im Zweifel kürzere Sätze und gehen Sie damit sprachlich auf Nummer Sicher. Aber bitte aufpassen: Die Regel, ausschließlich in kurzen Sätzen zu sprechen und zu schreiben, stammt aus zweifelhaften Quellen und ist schon lange überholt. Denn wenn Sie nur kurze Sätze formulieren, kann dies asthmatisch oder hektisch wirken.

Lange Sätze können faszinieren, vorausgesetzt …

… Ihr Publikum kann diesen folgen. Das können Sie einfach erreichen, indem Sie Ihre Sätze nicht verschachteln. Verwenden Sie stattdessen am Satzanfang einen Hauptsatz und lassen Sie anschließend Nebensatz für Nebensatz folgen. Tagesthemenmoderatoren beachten dabei die Richtlinie, Sätze nicht länger als 20 Sekunden dauern zu lassen. Das hat sich bewährt.

Einzelne Wiederholungen können Ihrem Publikum helfen, Sie besser zu verstehen und sich Ihre Redeinhalte zu merken.

Wiederholen Sie daher wichtige Begriffe oder Elemente Ihrer Rede hin und wieder. Hintergrund: Als Redner bestimmen Sie die Geschwindigkeit, mit der Ihr Publikum Ihre Redeinhalte hört. Ihre Zuhörer nehmen diese aber nicht gleich schnell auf. Zurückblättern wie in einem Buch ist bei einer Rede nicht möglich. Darum können Wiederholungen die Verständlichkeit Ihrer Rede steigern. Wiederholen Sie aber nicht zu viel und zu oft, denn sonst könnten Sie Ihr Publikum langweilen und die Aufmerksamkeit damit deutlich verringern. Das richtige Maß ist gefragt.

Rhetorikmagazin
© Christian Bargenda, rhetorikmagazin.de


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