Komische Körpersprache: Gesten, die Sie als Redner vermeiden sollten

Haben Sie schon einmal eine Rede oder Präsentation gehört und waren dabei vollkommen von der Körpersprache des Redners gebannt – und zwar, weil sie so absonderlich war? Statt auf die Worte des Redners zu hören, waren Sie von seinen gestischen Marotten gebannt? Hier einige der seltsamen körpersprachlichen Eigenheiten, die Sie am besten vermeiden.

Die virtuelle Orange

Mancher Redner weiß einfach nicht, wohin mit seinen Händen. Vielleicht aus Verlegenheit legt er dann unterhalb des Nabels die Fingerspitzen so aufeinander, als würde er vor dem Bauch eine Orange in den Händen halten. Oder die Finger werden in ähnlicher Haltung verschränkt. Berühmtes Beispiel: Angela Merkel. Manchmal zieht sie ihre Hände ein Stück auseinander, um sie sofort wieder in der „Ich-halte-eine-Orange-Position“ zusammenzubringen. Da man der Bundeskanzlerin immer zuhört – ganz gleich, wie gut sie eine Rede hält – kann ihr die Körpersprache egal sein. Übernehmen Sie diesen Tick lieber nicht.

Die Freistoßmauer

Fußballspieler bilden bei einem Freistoß eine menschliche Mauer und schützen dabei nicht nur das Tor, sondern auch empfindliche Körperteile. Die Hände werden hierzu übereinandergeschlagen und ähnlich wie ein Feigenblatt vor dem Schritt positioniert. Sehr sinnvoll auf dem Fußballplatz, doch vor Publikum wirkt es, als würden Sie gleich den Ball erwarten. In den meisten Fällen sieht das nicht souverän aus.

Der Aufräumer

Kennen Sie Redner, die zu viele Gegenstände in ihren Hosentaschen haben, Taschentuch, Kleingeld, Schlüssel, Visitenkarten und noch mehr? Das sieht schlimm genug aus, lässt sich aber steigern: Der Redner steckt seine Hand in die Hosentasche und sortiert während seiner gesamten Rede die Gegenstände und schiebt sie hin und her, als würde er in der Tasche Ordnung schaffen. Gehen Sie lieber ohne Ballast auf die Bühne und lassen Sie Ihre Hände im Freien.

Der Krawattenroller / die Schmuckfreundin

Er rollt und rollt und rollt während der Präsentation seine Krawatte auf. Von unten nach oben und dann wieder zurück. Das weibliche Pendant spielt gerne an einer Halskette oder anderen Schmuckstücken. Kommt als Geste nicht gut an und vermittelt Verlegenheit.

Ungeziefer auf der Bühne

Wenn Sie als Redner sich die ganze Zeit kratzen, sich ständig im Nacken jucken oder an Ihrer Kopfhaut herumnesteln, könnte der Eindruck entstehen, Sie haben sich entweder nicht gewaschen oder gar Ungeziefer. Manchmal passiert es dann, dass das Publikum ebenfalls (unbewusst) anfängt, sich zu kratzen. Jedenfalls sieht es nicht appetitlich aus, daher lassen Sie es einfach.

Was also tun mit den Händen während einer Rede oder Präsentation?

Gestikulieren Sie natürlich. Damit Ihnen das gelingt, vermeiden Sie alle „starren“ Hand- und Armhaltungen wie z. B. die Hände in die Hosentasche zu stecken oder das Verschränken vor der Brust oder hinter dem Rücken. Bereiten Sie Ihre Rede stattdessen so vor, dass Sie Gelegenheiten zum Gestikulieren haben – zählen Sie mit den Fingern auf, beschreiben Sie mit den Händen wie groß oder klein etwas ist, zeigen Sie in die entsprechende Richtung, wenn Sie sagen, was Sie „einerseits“ und „andererseits“ meinen, und so weiter. Sie dürfen auch, je nach Dramaturgie, vorübergehend kurz oder länger still stehen oder sich nur wenig bewegen. Entscheidend ist, dass Sie auch mit Ihrer Körpersprache authentisch bleiben und Ihre Rede unterstützen.

Rhetorikmagazin
© Christian Bargenda, rhetorikmagazin.de


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