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	<title>Rhetorik-Tipps im Rhetorikmagazin - Reden halten, Reden schreiben, präsentieren.</title>
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	<description>Das rhetorische Fachmagazin für Rede, Vortrag und Präsentation</description>
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		<title>Erfahrungen als Redner in der Politik: Christian Ude beim Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS)</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 19:56:48 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wie lernt ein Oberbürgermeister seine Reden? Wie arbeiten seine Redenschreiber? Welche Reden hält er frei und welche liest er ab? Worauf kommt es bei einer Bierzeltrede an? Und welche Bedeutung hat die Rede heutzutage für den Erfolg eines Politikers? Christian Ude, Münchens OB, hat es den Mitgliedern des VRdS erzählt. Vor renommierten Rhetorikexperten eine Rede <a href='http://www.rhetorikmagazin.de/?p=2276'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton2276" class="tw_button" style="float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.rhetorikmagazin.de%2F%3Fp%3D2276&amp;via=Rhetorikmagazin&amp;text=Erfahrungen%20als%20Redner%20in%20der%20Politik%3A%20Christian%20Ude%20beim%20Verband%20der%20Redenschreiber%20deutscher...%20&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=vertical&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.rhetorikmagazin.de%2F%3Fp%3D2276" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.rhetorikmagazin.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Jetzt twittern</a></div><p><strong>Wie lernt ein Oberbürgermeister seine Reden? Wie arbeiten seine Redenschreiber? Welche Reden hält er frei und welche liest er ab? Worauf kommt es bei einer Bierzeltrede an? Und welche Bedeutung hat die Rede heutzutage für den Erfolg eines Politikers? Christian Ude, Münchens OB, hat es den Mitgliedern des VRdS erzählt.</strong></p>
<p>Vor renommierten Rhetorikexperten eine Rede zu halten, erfordert Selbstbewusstsein und/oder Erfahrung. Wenn sich die Mitglieder des Fachverbands der Redenschreiber treffen und rhetorische Meister wie Dr. Vazrik Bazil, Präsident des VRdS, und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thilo_von_Trotha_%28Redenschreiber%29" target="_blank">Thilo von Trotha</a>, ehemals Redenschreiber von Helmut Schmidt, im Publikum sitzen, mag manchen der Mut verlassen. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Ude" target="_blank">Christian Ude</a> hingegen nimmt die Einladung zur Versammlung am 5. Mai 2012 an und beginnt seine Rede sinngemäß wie folgt: Er habe am Vormittag bereits bei der Hauptversammlung eines anderen Vereins gesprochen, und nachdem sein Tag ohnehin schon verdorben sei, habe er die Einladung des VRdS spontan angenommen.</p>
<div id="attachment_2308" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-2308 " title="Dr. Vazrik Bazil und Christian Ude " src="http://www.rhetorikmagazin.de/wp-content/uploads/2012/05/rhetorik_vrds_vazrik_bazil_christian_ude-300x116.jpg" alt="" width="300" height="116" /><p class="wp-caption-text">Dr. Vazrik Bazil, Präsident des VRdS, und Christian Ude, Münchens Oberbürgermeister, bei der Mitgliederversammlung des VRdS</p></div>
<p>Zu dieser ironischen Einleitung muss man wissen: Ude ist nicht nur Oberbürgermeister, sondern auch Kabarettist und Autor satirischer Bücher. Entsprechend heiter war die Reaktion der Verbandsmitglieder auf seine gesamte Rede. Selbstverständlich in geschliffener Sprache, an den entscheidenden Stellen körpersprachlich untermalt, stimmlich variabel. Spannungsbögen und Pointen makellos. Er kann sich trauen, auch vor kritischen Menschen zu sprechen.</p>
<p><strong>Wie bereitet er sich darauf vor? Im Gespräch mit dem Publikum erzählt Christian Ude, worauf es für ihn beim Redenhalten ankommt.<br />
</strong></p>
<div id="attachment_2307" class="wp-caption alignright" style="width: 370px"><img class=" wp-image-2307 " title="Rede von Christian Ude beim VRdS" src="http://www.rhetorikmagazin.de/wp-content/uploads/2012/05/rhetorik_vrds_christian_ude_3.jpg" alt="" width="360" height="175" /><p class="wp-caption-text">Die Rede von OB Christian Ude mit Anleihen aus seinem Kabarettprogramm</p></div>
<p>Als Oberbürgermeister halte er oft drei oder vier Reden am Tag. Dabei ziehe er es vor, von seinen Redenschreibern maximal zwei Seiten Fakten geliefert zu bekommen, mit Zitaten einschließlich Quellenangaben. Stichworte, Namen und Daten lerne er auf den Autofahrten auswendig. „Es soll so viel wie möglich frei gesprochen werden“, sagt Ude. „Politiker, die erkennbar nur ablesen, machen keine gute Figur.“</p>
<p><strong>Thilo von Trotha berichtet darauf von seiner Erfahrung als Redenscheiber des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt. Dieser habe stets einen vorformulierten Redetext verlangt. Er habe ihn anschließend in seine eigene Sprache übersetzt und quasi Anleihen bei seinen Redenschreibern gemacht. Schmidt habe außerdem bei der Zusammenarbeit mit seiner Redenschreibergruppe &#8211; der &#8220;Schreibstube&#8221; &#8211; sehr viel gelernt. Die Redeinhalte, bei denen kein Widerspruch von den Redenschreibern kam, habe der Bundeskanzler übernommen.</strong></p>
<p>Christian Ude erläutert, es gäbe durchaus Redentexte, die vollständig formuliert und schriftlich vorab geliefert werden müssten. Dies seien beispielsweise Haushaltsreden oder Reden bei Veranstaltungen zu sensiblen Themen. Hier würde er die Reden jedoch selbst diktieren, um seine individuelle Sprache und z. B. seinen eigenen Satzbau beizubehalten.</p>
<div id="attachment_2304" class="wp-caption alignleft" style="width: 343px"><img class="size-full wp-image-2304" title="Vazrik Bazil, Präsident des VRdS" src="http://www.rhetorikmagazin.de/wp-content/uploads/2012/05/rhetorik_vrds_vazrik_bazil.jpg" alt="" width="333" height="223" /><p class="wp-caption-text">Dr. Vazrik Bazil im Gespräch mit dem Münchner Oberbürgermeister</p></div>
<p>Redenschreiben, so Ude, sei Teamarbeit, bei der eine sehr enge Zusammenarbeit und Beratung notwendig seien. Auf städtischer Ebene habe er – seit 1993 Oberbürgermeister – mehr Freiheiten und kenne sich sehr gut aus, beste Voraussetzungen für freie Reden. Dennoch habe es Bereiche gegeben, in denen er anfangs Schwierigkeiten gehabt habe. Er habe in seinen ersten Jahren als OB keine Bierzeltreden halten können. Diese seien eine enorme Herausforderung. „Zahlen, Relativsätze und lange Gedankengänge haben im Bierzelt keine Chance.“ Gefragt seien stattdessen Aussagen, die in einen einzigen Satz passen, sowie Bilder. Dass Ude besondere Redesituationen wie diese inzwischen beherrscht, ist auch über München hinaus bekannt.</p>
<p>Ob er seine Reden auf dem Weg in die Landespolitik anders halte als bisher?</p>
<div id="attachment_2303" class="wp-caption alignright" style="width: 343px"><img class="size-full wp-image-2303" title="Christian Ude im Gespräch mit den Mitgliedern des VRdS" src="http://www.rhetorikmagazin.de/wp-content/uploads/2012/05/rhetorik_vrds_christian_ude_2.jpg" alt="" width="333" height="250" /><p class="wp-caption-text">Christian Ude beantwortet die Fragen der Mitglieder des Fachverbands der Redenschreiber</p></div>
<p>Auch wenn sich die Themen ändern, müsse er weiterhin er selbst sein. „Echt zu sein, ist in Zeiten der Politikverdrossenheit besonders wichtig.“ Das Publikum ändere sich. Dabei müsse er auch darauf achten, dass er bei seinen Zuhörern nichts voraussetze, was diese eventuell nicht wissen.</p>
<p><strong>Generell nähme die Bedeutung der Redenschreiber auf Landesebene zu &#8211; noch mehr im Bund sowie auf internationalem Parkett. Hier sei eine wesentlich intensivere Zusammenarbeit von Redner und Redenschreiber notwendig. Ude sagt: „Gute Reden zu halten, ist für den Erfolg eines Politikers entscheidend. Redetalent und Rhetorik sind aber zweierlei. Scharfe Formulierungen alleine sind kein Erfolgsgarant.“ Redetalent und Authentizität seien unerlässlich. Und durch Youtube und ähnliche Plattformen seien Redner präsenter denn je. „Die neuen Medien multiplizieren heute die Wichtigkeit der Rede.“</strong></p>
<p>Rhetorikmagazin<br />
© <a href="http://www.sprachstil-des-erfolgs.de/" target="_blank">Christian Bargenda</a>, rhetorikmagazin.de</p>
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		<title>Die Wirkung von Reden messen: Eine Grundsatzrede beim Verband der Redenschreiber deutscher Sprache</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 17:35:48 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wie sieht die Arbeit von Redenschreibern aus und wie kann das Ergebnis – die Wirkung der Reden – festgestellt werden? Die Antworten könnten Hinweise darauf geben, wie sich Unternehmen oder z. B. politische Parteien in der Öffentlichkeit effektiver präsentieren können.  Informationen dazu und Einblicke in die Praxis des Redenschreibens gab es am 5. Mai 2012 <a href='http://www.rhetorikmagazin.de/?p=2273'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton2273" class="tw_button" style="float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.rhetorikmagazin.de%2F%3Fp%3D2273&amp;via=Rhetorikmagazin&amp;text=Die%20Wirkung%20von%20Reden%20messen%3A%20Eine%20Grundsatzrede%20beim%20Verband%20der%20Redenschreiber%20deutscher%20Sprache&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=vertical&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.rhetorikmagazin.de%2F%3Fp%3D2273" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.rhetorikmagazin.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Jetzt twittern</a></div><p><strong>Wie sieht die Arbeit von Redenschreibern aus und wie kann das Ergebnis – die Wirkung der Reden – festgestellt werden? Die Antworten könnten Hinweise darauf geben, wie sich Unternehmen oder z. B. politische Parteien in der Öffentlichkeit effektiver präsentieren können.  Informationen dazu und Einblicke in die Praxis des Redenschreibens gab es am 5. Mai 2012 bei der Mitgliederversammlung des <a href="http://www.vrds.de/" target="_blank">Verbands der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS)</a>.</strong></p>
<p>Veranstaltungsort war das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maximilianeum" target="_blank">Maximilianeum</a> in München, Sitz des Bayerischen Landtags. Hauptprogrammpunkt des Vormittags war die Rede von Katharina Ahrens, Senior-Redenschreiberin bei Siemens. Ihr Redetitel: „Alles nur heiße Luft? &#8211; Über die Messbarkeit der Wirkung von Reden.“</p>
<p>Welche Bedeutung Reden für das Unternehmen haben, ergibt sich bereits aus der Anzahl der Vollzeitredenschreiber. Mehr als 20 sind bei Siemens im Einsatz. Ihre Zielgruppen: Aktionäre, Analysten, Partner und Kunden.</p>
<p>Katharina Ahrens geht zunächst auf die Hintergründe des Redenschreibens im Unternehmen ein: Zunehmend werde gefragt, wofür die Firma stehe – oft auch von jungen Leuten. Ebenso wollten die Menschen wissen, wie man über das Thema Nachhaltigkeit denke und welche Traditionen der Konzern habe. Diese grundsätzlichen Fragen würden auch die Redeinhalte prägen.</p>
<div id="attachment_2280" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><img class="size-full wp-image-2280  " title="Katharina Ahrens beim VRdS" src="http://www.rhetorikmagazin.de/wp-content/uploads/2012/05/rhetorik_vrds_katharina_ahrens.jpg" alt="" width="600" height="216" /><p class="wp-caption-text">Katharina Ahrens, Senior-Redenschreiberin, beim Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS). Ihr Vortragsthema: Die Messbarkeit der Wirkung von Reden.</p></div>
<p><strong>Was das Publikum nicht mehr hören wolle, seien reine Imagereden und Reden, mit denen ausschließlich Produktinformationen transportiert werden. Die Redner seien vielmehr gefordert, Markenwerte zu vermitteln. </strong><strong>„Die Menschen wollen unsere Meinung zu verschiedenen Themen wissen, z. B. wie wir über die Energiewende denken.“ </strong><strong>Reden würden daher für den öffentlichen Dialog und als Reputationsinstrument genutzt. </strong></p>
<p>Wie das Redenschreiben dabei konkret aussieht? Mancher mag sich den Beruf des Redenschreibers als einsame Tätigkeit vorstellen, bei der Blatt für Blatt nur getextet wird. Katharina Ahrens räumt Missverständnisse aus. Der Redenschreiber sei in die verschiedensten Bereiche eingebunden. Er stimme sich nicht nur mit dem Redner ab, sondern auch mit allen, die eine Veranstaltung vorbereiten, unter Umständen vom Betriebsrat bis hin zur Marketingabteilung. Denn es gehe nicht nur darum, den Redner zu unterstützen und das Publikum zu überzeugen, sondern auch darum, dass alle Beteiligten ihr Gesicht wahren können.</p>
<p><strong>Ein klarer Trend bei Rednern sei das Storytelling. Sie wollen wie Barack Obama kleine Geschichten über Veränderungen erzählen. Darauf sollten sich Redenschreiber einstellen.</strong></p>
<p>Ebenso müssten sie den Redner auf unangenehme Äußerungen vorbereiten, die aus dem Publikum kommen könnten. Neben seinem Redetext erhalte der Redner daher eine Liste mit Antworten auf schwierige oder heikle Fragen.</p>
<p>Wenn die Wirkung einer Rede gemessen werden solle, stelle sich die Frage nach demjenigen, der bestimme, wie die Rede gewirkt hat. Ist es das Publikum? Sind es Youtube-Nutzer mit ihren Kommentaren oder Gefällt-mir- bzw. Gefällt-mir-nicht-Bewertungen? Oder ist es der Redner oder der Redenschreiber?</p>
<p>Für Reden gäbe es keine betriebswirtschaftlichen Leistungskennzahlen. Versuche man eine Analyse von Aufwand und Ertrag, stünden auf der einen Seite die eingesetzten Mittel: die Anzahl der Wörter einer Rede, die Arbeitsstunden, die an der Recherche beteiligten Kollegen und Experten, zusätzliche Dokumente, Honorare für freie Redenschreiber, Veranstaltungskosten und so weiter. Welche dieser Mittel könnten für die Bewertung relevant sein?</p>
<p>Und was würde auf der anderen Seite stehen? Applausmomente und Applauslänge? Die Zahl der Zuhörer zu Beginn und am Ende einer Rede? Der Aktienkurs nach einer Rede vor Analysten? Die Häufigkeit der Berichterstattung in den Medien? Die Anzahl der Youtube-Downloads?</p>
<p>Fakt sei: Die Qualität einer Rede sei schwer zu beurteilen. Wichtige Hinweise gäben Rückmeldungen des Redners an den Redenschreiber, Zuhörerfragebögen bei Veranstaltungen sowie Analysten- und Medienberichte. Und immer wichtiger: Rückmeldungen in den sogenannten sozialen Medien. Die Wirkung auf das konkrete Verhalten, so Ahrens, sei jedoch nicht messbar. Sie fragt: „Würde jemand eine Dampfturbine kaufen, nur weil er eine Rede gehört hat?“</p>
<p><strong>Zweifellos seien Reden ein wichtiges Kommunikationsinstrument. Wie sich dieses auf das Unternehmen und sein Image in den Medien auswirkt, werde bei Siemens durch Erhebungen ermittelt, die auf einer Mischung aus objektiven und subjektiven Kriterien basierten. Entscheidend für die Aussagekraft der Untersuchungen sei dabei die Zusammenarbeit mit anderen Bereichen wie z. B. dem Marketing, das den Redenschreibern Informationen über Reaktionen liefern könne. Integrierte Kommunikation sei daher für Redner und Redenschreiber von großer Bedeutung.</strong></p>
<p>Rhetorikmagazin<br />
© <a href="http://www.sprachstil-des-erfolgs.de/" target="_blank">Christian Bargenda</a>, rhetorikmagazin.de</p>
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		<title>Testen Sie den Nutzen Ihrer Reden und Präsentationen: Ist Ihre Rede der Rede wert?</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 10:17:38 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Was haben Ihre Zuhörer davon, wenn sie Sie auf der Bühne erleben? Lohnt es sich, Ihnen zuzuhören? Finden Sie es mit einem Inhaltstest heraus und optimieren Sie Ihre Vorträge entsprechend. Es geht ganz einfach und verbessert Ihr Image erheblich. Es gibt Reden, die will niemand hören. Oft werden sie gehalten, weil sie gehalten werden müssen: <a href='http://www.rhetorikmagazin.de/?p=2244'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton2244" class="tw_button" style="float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.rhetorikmagazin.de%2F%3Fp%3D2244&amp;via=Rhetorikmagazin&amp;text=Testen%20Sie%20den%20Nutzen%20Ihrer%20Reden%20und%20Pr%C3%A4sentationen%3A%20Ist%20Ihre%20Rede%20der%20Rede%20wert%3F&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=vertical&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.rhetorikmagazin.de%2F%3Fp%3D2244" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.rhetorikmagazin.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Jetzt twittern</a></div><p><strong>Was haben Ihre Zuhörer davon, wenn sie Sie auf der Bühne erleben? Lohnt es sich, Ihnen zuzuhören? Finden Sie es mit einem Inhaltstest heraus und optimieren Sie Ihre Vorträge entsprechend. Es geht ganz einfach und verbessert Ihr Image erheblich.</strong></p>
<p>Es gibt Reden, die will niemand hören. Oft werden sie gehalten, weil sie gehalten werden müssen: zum Beispiel bei Begrüßungen, Jubiläen, besonderen Anlässen. Ein Redner tritt auf die Bühne und verliert sich in Floskeln, die er herunterbetet, weil er nicht weiß, was er sonst sagen soll. Vielleicht ist der Redner auch jemand, der sich selbst gerne Reden hört, selbst wenn er nichts Neues, Interessantes oder Amüsantes zu sagen hat. Und das Publikum freut sich, wenn die Rede endlich zu Ende ist. Bestenfalls wird man diese Rede vergessen, schlimmstenfalls wird der Redner dauerhaft als inkompetent und langweilig angesehen.</p>
<p><strong>Wenn Sie wollen, dass Ihre Rede langweilt, geben sie Ihr kein Ziel.</strong></p>
<p>Oder umgekehrt: Wenn Sie Ihre Zuhörer für sich gewinnen wollen, muss Ihre Rede oder Präsentation ein Ziel haben. Mögliche Redeziele sind z. B., Menschen von einer Sache zu überzeugen, sie zu motivieren oder sie zum Lachen zu bringen.</p>
<p>Die Möglichkeiten sind vielfältig. Doch alle Redeziele laufen darauf hinaus, dass die Zuhörer sich verändern. Sie übernehmen Meinungen, sind fröhlicher gestimmt, haben neue Einsichten, je nachdem, was Sie als Redner erreichen möchten.</p>
<p>Stellen Sie sich unbedingt die Frage: Welches Ziel hat Ihre Rede und wie können Sie es erreichen? Je eindeutiger und klarer Sie Ihr Ziel definieren, desto wirksamer wird Ihre Rede sein.</p>
<p><strong>Der Inhaltstest</strong></p>
<p><strong>So können Sie überprüfen, ob Ihre Rede oder Präsentation beim Publikum ankommen wird:</strong></p>
<p>Schreiben Sie Ihren Vortrag wie gewohnt und lassen Sie ihn einen Tag liegen, um Abstand zu gewinnen. Sehen Sie sich anschließend die Inhalte an und fragen Sie sich bei jedem einzelnen Element: Würde ich einen guten Bekannten anrufen, nur um ihm diesen Inhalt zu berichten? Wäre dieser Inhalt einen Anruf wert? Ist der Inhalt so interessant, spannend, neu, amüsant etc., dass Ihr Bekannter sich über den Anruf freuen würde?</p>
<p><strong>Wenn die Antwort „Ja“ lautet,</strong> behalten Sie dieses Element bzw. diesen Inhalt bei und optimieren Sie allenfalls die Sprache oder die Dramaturgie.</p>
<p><strong>Wenn die Antwort „Nein“ lautet,</strong> ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um eine Schwachstelle Ihrer Rede handelt. Hier sollten Sie inhaltlich feilen oder diesen Teil der Rede oder Präsentation streichen. Überlegen Sie sich genau, ob Ihr Publikum etwas davon hat, dass es diesen Teil Ihrer Rede hört. Wenn nicht, ist er wahrscheinlich überflüssig und sollte entfallen.</p>
<p>Wenn die Antwort bei vielen Stellen der Rede „Nein“ lautet? Dann ist es eventuell besser, die Rede oder Präsentation überhaupt nicht zu halten. Denn mit einer Rede, die Ihrem Publikum nichts bringt, verärgern Sie nicht nur Ihre Zuhörer, sondern können auch Ihrem Ansehen schaden.</p>
<p>Und wenn Sie die Rede dennoch halten müssen, z. B. aus beruflichen Gründen? Dann konzentrieren Sie sich auf die Inhalte, die wirklich der Rede wert sind, und halten Sie Ihre Rede oder Präsentation im Zweifel kurz. So werden Sie zumindest als jemand wahrgenommen, der die Dinge schnell auf den Punkt bringt, dem Publikum einen Nutzen bietet und sich nicht in Plauderei verliert.</p>
<p>Rhetorikmagazin<br />
© <a href="http://www.sprachstil-des-erfolgs.de/" target="_blank">Christian Bargenda</a>, rhetorikmagazin.de</p>
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		<title>Sicher und gelassen vor Publikum reden: Fünf erstklassige Möglichkeiten, für Ihren Auftritt zu trainieren</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Apr 2012 11:12:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rhetorikmagazin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie gut sind Sie im Redenhalten und Präsentieren? Haben Sie Lampenfieber? Sind Sie rhetorisch fit? Viele vermeintliche Schwächen haben nicht direkt mit Redefähigkeiten zu tun. Vieles ist reine Übungssache. Daher kann auch ein unerfahrener Redner mit Fleiß und Training einen besseren Auftritt abliefern, als ein Profi, der nicht genug vorbereitet ist. Auch wenn ein professionelles <a href='http://www.rhetorikmagazin.de/?p=2224'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton2224" class="tw_button" style="float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.rhetorikmagazin.de%2F%3Fp%3D2224&amp;via=Rhetorikmagazin&amp;text=Sicher%20und%20gelassen%20vor%20Publikum%20reden%3A%20F%C3%BCnf%20erstklassige%20M%C3%B6glichkeiten%2C%20f%C3%BCr%20Ihren%20Auftritt...%20&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=vertical&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.rhetorikmagazin.de%2F%3Fp%3D2224" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.rhetorikmagazin.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Jetzt twittern</a></div><p>Wie gut sind Sie im Redenhalten und Präsentieren? Haben Sie Lampenfieber? Sind Sie rhetorisch fit? Viele vermeintliche Schwächen haben nicht direkt mit Redefähigkeiten zu tun. Vieles ist reine Übungssache. Daher kann auch ein unerfahrener Redner mit Fleiß und Training einen besseren Auftritt abliefern, als ein Profi, der nicht genug vorbereitet ist. Auch wenn ein professionelles Rhetoriktraining durch nichts zu ersetzen ist, gibt es dennoch sehr gute Übungsmöglichkeiten, durch die Sie ein deutlich besserer Redner werden.</p>
<p><strong>1. Hören Sie die Verbesserungsmöglichkeiten</strong></p>
<p>Nutzen Sie beim Üben Ihrer Reden ein Diktiergerät, die Diktierfunktion Ihres Mobiltelefons oder z. B. die Mitschnittfunktion Ihres Anrufbeantworters oder Telefons. Sprechen Sie dabei frei – so wie Sie die Rede auch vor Publikum halten würden. Ihre Vorteile: Sie können anschließend nachhören, wo Ihre Rede inhaltliche Brüche hat, an welchen Stellen Sie ins Stocken geraten und wo Sie zu schnell oder zu langsam sind. Schon nach einmaligem Üben mit Tonaufnahme werden Sie sich beim nächsten Mal erheblich sicherer fühlen, fließender sprechen und Füllwörter vermeiden.</p>
<p><strong>2. Der Spiegel gibt Ihnen optische Rückmeldung</strong></p>
<p>Vor einem großen Spiegel können Sie Ihre Körpersprache unmittelbar trainieren. Achten Sie beim Spiegeltraining auch darauf, wo und wie Sie sich im Raum bzw. später auf der Bühne bewegen. Gibt es besondere Stellen in Ihrer Rede, an denen Sie auch besondere Stellen auf der Bühne einnehmen können?</p>
<p><strong>3. Eine Analyse mit verblüffenden Einblicken</strong></p>
<p>Nicht selten erschrecken Redner, wenn Sie sich zum ersten Mal auf Video sehen und eine bislang unbewusste Marotte entdecken. Hier werden mögliche Schwächen für Sie wahrscheinlich am deutlichsten sichtbar. Halten Sie Ihre Rede vor einer Kamera, können Sie Ihren Auftritt anschließend umfassend begutachten.</p>
<p>Sehen Sie Ihren Auftritt auf Video, schlüpfen Sie quasi in die Rolle des Zuschauers. Auf diese Weise von außen betrachtet, werden Sie eventuelle unschöne Eigenheiten schnell erkennen und können gezielt daran arbeiten. Für die Aufnahme benötigen Sie nicht unbedingt eine professionelle Kameraausrüstung. Die Kamera in Ihrem Handy oder Tablet-PC genügt. Oft haben auch Digitalfotokameras eine Videofunktion.</p>
<p><strong>4. Ein Testzuschauer genügt</strong></p>
<p>Bitten Sie Ihren Kollegen im Büro oder einen guten Freund, Ihnen beim Üben zuzusehen. Halten Sie die Rede vor dieser Person genau so, wie Sie sie auch vor großem Publikum halten würden. Bereits die Anwesenheit dieses einzigen Zuhörers versetzt Sie in eine kleine, aber echte Auftrittssituation. Durch diese Übung bauen Sie Unsicherheiten ab, und Ihr Zuhörer kann Ihnen wichtige Rückmeldungen zur Optimierung Ihrer Rede geben.</p>
<p><strong>5. Nutzen Sie die Macht des Geistes</strong></p>
<p>Wissen Sie, wie Sportler sich mental auf Ihren Wettkampf vorbereiten? Bobfahrer beispielsweise stellen sich vor Ihrem geistigen Auge die gesamte Wettkampfsituation vor: Das jubelnde Publikum, die Atmosphäre am Start, den Anlauf, den Sprung in den Bob, das Festhalten und Gewichtverlagern, jede einzelne Kurve im Eiskanal und so weiter. Sie spielen Tage vorher und unmittelbar vor dem Start alle Bilder, Gefühle und Bewegungen durch.</p>
<p>Mit diesem Mentaltraining können auch Sie sich exzellent auf Ihre Rede vorbereiten. Stellen Sie sich dazu die gesamte Auftrittssituation vor. Sehen Sie in Ihr Publikum, hören Sie innerlich den Applaus und beginnen Sie mit Ihrer Rede. Bewegen Sie sich vor Ihrem geistigen Auge auf der Bühne und sprechen Sie innerlich: Bewegen Sie die Zunge und die Lippen und geben Sie dabei keinen Laut von sich. Variieren Sie vor Ihrem geistigen Ohr die Lautstärke und die Sprechgeschwindigkeit. Machen Sie auch die Spechpausen genau so, wie Sie sie geplant haben. Gestikulieren, gehen und stehen Sie mental, als wäre dies Ihr realer Auftritt. Stellen Sie sich dabei vor, wie Sie vollkommen gelassen sind und die Redesituation bestens meistern.</p>
<p>Beim mentalen Redetraining sollten Sie möglichst konzentriert sein. Es spielt hierbei keine Rolle, wo Sie sich dabei befinden – in Ihrem Büro, im Zug oder Flugzeug, in der Badewanne.</p>
<p><strong>Der Effekt: Dinge, die Sie gut üben, können Sie anschließend sicherer und souveräner ausführen. Dies funktioniert auch, wenn Sie diese Dinge mental üben. Sätze und Wörter beispielsweise, die schwer auszusprechen oder die z. B. mit Emotionen verbunden sind, werden Ihnen anschließend bei Ihrem tatsächlichen Auftritt besser über die Lippen gehen. Sie wissen schon vorher, wie Sie mit Sprechpausen und z. B. durch unterschiedliche Positionen auf der Bühne Ihre Dramaturgie verstärken. Probieren Sie es aus – Sie werden spüren, wie sich Ihre Auftritte verbessern.</strong></p>
<p>Rhetorikmagazin<br />
© <a href="http://www.sprachstil-des-erfolgs.de/" target="_blank">Christian Bargenda</a>, rhetorikmagazin.de</p>
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		<title>Grundregeln auf der Rednerbühne: Was zum souveränen Verhalten des Redners gehört</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 10:08:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rhetorikmagazin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn Sie eine Rede halten, geht es nicht nur um Ihre Redeinhalte, Körpersprache und Stimme. Rund um Ihren Auftritt als Redner gehört weit mehr: Welche Vorbereitungen sind unabdingbar und wo beginnen sie? Wie betreten Sie die Bühne? Wie zeigen Sie, dass Ihre Rede beendet ist? Wie gehen Sie mit Applaus um? Was sollten Sie unbedingt <a href='http://www.rhetorikmagazin.de/?p=2202'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton2202" class="tw_button" style="float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.rhetorikmagazin.de%2F%3Fp%3D2202&amp;via=Rhetorikmagazin&amp;text=Grundregeln%20auf%20der%20Rednerb%C3%BChne%3A%20Was%20zum%20souver%C3%A4nen%20Verhalten%20des%20Redners%20geh%C3%B6rt&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=vertical&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.rhetorikmagazin.de%2F%3Fp%3D2202" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.rhetorikmagazin.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Jetzt twittern</a></div><p><strong>Wenn Sie eine Rede halten, geht es nicht nur um Ihre Redeinhalte, Körpersprache und Stimme. Rund um Ihren Auftritt als Redner gehört weit mehr: Welche Vorbereitungen sind unabdingbar und wo beginnen sie? Wie betreten Sie die Bühne? Wie zeigen Sie, dass Ihre Rede beendet ist? Wie gehen Sie mit Applaus um? Was sollten Sie unbedingt beachten, wenn Sie die Bühne verlassen haben?</strong></p>
<p>Sie ahnen es schon: Um eine Rede souverän zu meistern, gilt es Dinge zu beachten, die über die reine Redekunst hinausgehen.</p>
<p><strong>Die Stunden vor Ihrem Auftritt</strong></p>
<p>Ihre Rede haben Sie längst vorbereitet. Jetzt sind Sie selbst an der Reihe. Wählen Sie die Kleidung angemessen, polieren Sie Ihre Schuhe, stimmen Sie sich mental auf Ihre Rede ein und stecken Sie Ihr Manuskript für Notfälle z. B. in Ihre Sakko- oder Blazertasche. Seien Sie auf dem Weg zu Ihrem Auftritt zu allen Menschen freundlich und benehmen Sie sich vorbildlich – Sie können nie wissen, wer anschließend im Publikum sitzen wird.</p>
<p>Gehen Sie vor der Veranstaltung, wenn das Publikum noch nicht da ist, auf die Bühne. Bereiten Sie eventuelle Requisiten vor. Falls Sie Laptop und Beamer verwenden, testen und kontrollieren Sie unbedingt die gesamte Technik einschließlich Licht. Steht alles am richtigen Platz? Sind Kabel im Weg? Gibt es Flipchart-Stifte und funktionieren sie? Wenn Sie mit Mikrofon sprechen, sollten Sie auch dieses vorher ausprobieren. Je nach Veranstaltung stehen Licht- und Tontechniker bereit, die Beleuchtung, Klang und Lautstärke bereits getestet und eingestellt haben sollten.</p>
<p>Wenn Sie Bühne und Technik vorbereitet haben, mischen Sie sich vor Ihrer Rede unter Ihre Zuhörer und knüpfen Sie Kontakt. Das könnte beispielsweise in der Lobby sein oder vor dem Vortragssaal. So können Sie bereits Stimmungen aufnehmen, und bei Ihrer anschließenden Rede können Sie eine noch engere Verbindung zu Ihrem Publikum herstellen.</p>
<p><strong>So betreten Sie die Bühne</strong></p>
<p>Idealerweise werden Sie entweder von einem Moderator oder von Ihrem Vorredner angekündigt. Ist dies nicht organisiert oder sind Sie sich nicht sicher, sprechen Sie mit dem Veranstalter und mit Ihrem Vorredner. So können Sie auch festlegen, welche einleitenden Worte Sie sich wünschen und was explizit nicht gesagt werden soll.</p>
<p><strong>Sind Sie angekündigt worden, gehen Sie mutigen Schrittes auf die Bühne und übernehmen Sie die Führung: Sofern er noch auf der Bühne ist, geben Sie demjenigen, der Sie anmoderiert hat, die Hand. Jetzt sind Sie der „Chef“ auf der Bühne.</strong></p>
<p>Halten Sie kurz inne, schauen Sie ins Publikum, nehmen Sie Blickkontakt auf und beginnen Sie mit Ihrer Rede.</p>
<p><strong>So beenden Sie Ihrer Rede</strong></p>
<p>Sagen Sie nach den letzten Worten Ihrer Rede nicht „Danke“ oder „Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit“ oder ähnliche Floskeln. Denn erstens müssen Sie sich nicht bedanken, sondern das Publikum sollte Ihnen für Ihre exzellente Rede dankbar sein. Und zweitens schwächen Sie mit einer Dankesfloskel am Ende die Wirkung Ihrer Schlussworte.</p>
<p><strong>Woran merken die Zuhörer, dass das der Schluss war? Haben Sie starke Worte als Schlussbotschaft gewählt, merkt es Ihr Publikum in den meisten Fällen von selbst. Falls nicht, verbeugen Sie sich leicht. Spätestens jetzt beginnt der Applaus.</strong></p>
<p>Während das Publikum klatscht, genießen Sie dies. Rennen Sie keinesfalls von der Bühne, sondern lassen Sie das Publikum Ihre Leistung honorieren.</p>
<p>Nun sollte der Moderator auf die Bühne kommen, an den Sie wieder mit Handschlag übergeben. Gibt es keinen Moderator, können Sie – sofern abgesprochen – Ihren Nachredner ankündigen und ihn auf der Bühne begrüßen. Haben Sie noch Utensilien auf der Bühne, sollten diese inzwischen von Helfern weggeräumt werden. Müssen Sie dies selbst tun, dann bitte bevor Ihr Nachredner mit seiner Rede beginnt.</p>
<p><strong>Haben Sie Ihr Mikrofon ausgeschaltet?</strong></p>
<p>Falls Sie ein Mikrofon angesteckt haben, nehmen Sie es jetzt ab und/oder schalten Sie es aus. Es gibt unzählige Anekdoten über Redner, die nach ihrem Auftritt mit eingeschaltetem Funkmikrofon abseits der Bühne oder auf der Toilette über ihr Publikum gelästert oder intime Gespräche geführt haben. Für das Publikum kann dies lustig sein, und für Sie fatal. Daher nach der Rede immer ans Mikrofon denken.</p>
<p><strong>Ihr Auftritt ist noch nicht zu Ende</strong></p>
<p>Wenn Sie nach Ihrer Rede mit Zuhörern sprechen oder sich z. B. an einem Umtrunk beteiligen, gehört dies zu Ihrem Auftritt. Ihr Publikum sieht Sie noch immer als den Redner, und alles, was Sie äußern und wie Sie sich verhalten, wird Ihrer Rede zugerechnet. Vollständig abschalten sollten Sie erst, wenn Sie wieder zu Hause sind.</p>
<p>Rhetorikmagazin<br />
© <a href="http://www.sprachstil-des-erfolgs.de/" target="_blank">Christian Bargenda</a>, rhetorikmagazin.de</p>
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		<title>Warum Joachim Gauck Frau Merkel nicht begrüßt: Tipps für die richtige Begrüßung in Ihren Reden</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 11:34:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rhetorikmagazin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Analyse der Begrüßung in der Rede des Bundespräsidenten und Empfehlungen für Ihre Ansprachen, Reden und Präsentationen. - „Herr Präsident des Deutschen Bundestages, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger aus dem In- und Ausland!“ &#8211; Mit diesen Worten beginnt der frisch gewählte Bundespräsident Joachim Gauck seine erste programmatische Rede am <a href='http://www.rhetorikmagazin.de/?p=2104'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton2104" class="tw_button" style="float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.rhetorikmagazin.de%2F%3Fp%3D2104&amp;via=Rhetorikmagazin&amp;text=Warum%20Joachim%20Gauck%20Frau%20Merkel%20nicht%20begr%C3%BC%C3%9Ft%3A%20Tipps%20f%C3%BCr%20die%20richtige%20Begr%C3%BC%C3%9Fung%20in%20Ihren%20Reden&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=vertical&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.rhetorikmagazin.de%2F%3Fp%3D2104" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.rhetorikmagazin.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Jetzt twittern</a></div><p>Eine Analyse der Begrüßung in der Rede des Bundespräsidenten und Empfehlungen für Ihre Ansprachen, Reden und Präsentationen. -</p>
<p>„Herr Präsident des Deutschen Bundestages, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger aus dem In- und Ausland!“ &#8211; Mit diesen Worten beginnt der frisch gewählte Bundespräsident Joachim Gauck seine erste programmatische Rede am 23.3.2012 vor der Bundesversammlung.</p>
<p><strong>An die Redaktion des Rhetorikmagazins wurde daraufhin die Frage gerichtet: Warum begrüßt Joachim Gauck die Bundeskanzlerin nicht?</strong></p>
<p>In öffentlichen Reden und ganz besonders in politischen Reden gibt es Regeln und „ungeschriebene Gesetze“. Gerade bei der Anrede in Ansprachen und in Begrüßungsreden gilt es, sie zu beachten. Eingeweihte achten streng darauf, dass das sogenannte Protokoll strikt eingehalten wird. Und Außenstehende können hier leicht in einen größeren Fettnapf treten. So gehen Sie &#8211; ganz gleich bei welcher Art von Rede &#8211; auf Nummer Sicher:</p>
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© <a href="http://www.sprachstil-des-erfolgs.de/" target="_blank">Christian Bargenda</a>, rhetorikmagazin.de</p>
<p><strong><a title="Klassische Begrüßungsreden: Mit dieser Rhetorik begeistern Sie hochkarätiges Publikum" href="http://www.rhetorikmagazin.de/?p=287">Lesen Sie auch:<br />
Wie Sie in Begrüßungsreden lange Namenslisten entzerren und Ihr Publikum begeistern</a></strong></p>
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		<title>Programmatische Rede des Bundespräsidenten am 23.3.2012: Joachim Gauck im Wortlaut</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 11:33:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rhetorikmagazin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wortlaut]]></category>

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		<description><![CDATA[Herr Präsident des Deutschen Bundestages, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger aus dem In- und Ausland! Zunächst Ihnen, Herr Präsident, meinen allerherzlichen Dank für die unnachahmliche Führung dieser Sitzung und für das leuchtende Beispiel in unser Land hinein, dass Politik Freude machen kann. Herr Bundesratspräsident, Sie haben Worte gefunden, die <a href='http://www.rhetorikmagazin.de/?p=2099'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton2099" class="tw_button" style="float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.rhetorikmagazin.de%2F%3Fp%3D2099&amp;via=Rhetorikmagazin&amp;text=Programmatische%20Rede%20des%20Bundespr%C3%A4sidenten%20am%2023.3.2012%3A%20Joachim%20Gauck%20im%20Wortlaut&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=vertical&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.rhetorikmagazin.de%2F%3Fp%3D2099" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.rhetorikmagazin.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Jetzt twittern</a></div><p>Herr Präsident des Deutschen Bundestages, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger aus dem In- und Ausland!</p>
<p>Zunächst Ihnen, Herr Präsident, meinen allerherzlichen Dank für die unnachahmliche Führung dieser Sitzung und für das leuchtende Beispiel in unser Land hinein, dass Politik Freude machen kann.</p>
<p>Herr Bundesratspräsident, Sie haben Worte gefunden, die bei mir und sicher auch beim Bundespräsident Wulff ein tiefes und nachhaltiges Echo hinterlassen haben. Ich danke Ihnen.</p>
<p>Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ja, wie soll es denn nun aussehen, dieses Land, zu dem unsere Kinder und Enkel einmal sagen sollen „unser Land“?</p>
<p>Geht die Vereinzelung in diesem Land weiter? Geht die Schere zwischen Arm und Reich weiter auf? Verschlingt uns die Globalisierung? Werden Menschen sich als Verlierer fühlen, wenn sie an den Rand der Gesellschaft geraten? Schaffen ethnische oder religiöse Minderheiten in gewollter oder beklagter Isolation Gegenkulturen? Hat die europäische Idee Bestand? Droht im Nahen Osten ein neuer Krieg? Kann ein verbrecherischer Fanatismus in Deutschland wie in anderen Teilen der Welt weiter friedliche Menschen bedrohen, einschüchtern und ermorden?</p>
<p>Jeder Tag, jede Begegnung mit den Medien bringt eine Fülle neuer Ängste hervor, und Sorgen. Manche ersinnen dann Fluchtwege, misstrauen der Zukunft, fürchten die Gegenwart. Viele fragen sich: Was ist das eigentlich für ein Leben, was ist das für eine Freiheit? Mein Lebensthema „Freiheit“ ist dann für sie keine Verheißung, kein Versprechen, sondern nur Verunsicherung.</p>
<p>Ich verstehe diese Reaktion, doch ich will ihr keinen Vorschub leisten. Ängste &#8211; so habe ich es gelernt in einem langen Leben – Ängste vermindern unseren Mut wie unser Selbstvertrauen, und manchmal so entscheidend, dass wir beides ganz und gar verlieren können, bis wir gar Feigheit für Tugend halten und Flucht für eine legitime Haltung im politischen Raum.</p>
<p>Stattdessen &#8211; wenn ich das nicht will &#8211; will ich meine Erinnerung als Kraft und Kraftquelle nutzen, mich und uns zu lehren und zu motivieren. Ich wünsche mir also eine lebendige Erinnerung auch an das, was in unserem Land nach all den Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur und nach den Gräueln des Krieges gelungen ist. In Deutschlands Westen trug es, dieses Gelungene, als Erstes den Namen „Wirtschaftswunder“. Deutschland kam wieder auf die Beine. Die Vertriebenen, gar die Ausgebombten erhielten Wohnraum. Nach Jahren der Entbehrung nahm der Durchschnittsbürger teil am wachsenden Wohlstand, freilich nicht jeder im selben Maße.</p>
<p>Allerdings sind für mich die Autos und die Kühlschränke und all der neue Glanz einer neuen Prosperität nicht das Wunderbare jenes Jahrzehnts. Ich empfinde mein Land vor allem als ein Land des Demokratiewunders. Anders als es die Alliierten damals nach dem Kriege fürchteten, wurde der Revanchismus im Nachkriegsdeutschland nie mehrheitsfähig. Es gab schon ein Nachwirken nationalsozialistischer Gedanken, aber daraus wurde keine wirklich gestaltende Kraft. Es entstand stattdessen eine stabile demokratische Ordnung. Deutschland West wurde Teil der freien westlichen Welt.</p>
<p>Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte in dieser Zeit blieb allerdings defizitär. Die Verdrängung eigener Schuld, die fehlende Empathie mit den Opfern des Naziregimes, prägten den damaligen Zeitgeist. Erst die 68er-Generation hat das nachhaltig geändert. Damals war meine Generation konfrontiert mit dem tiefschwarzen Loch der deutschen Geschichte, als die Generation unserer Eltern sich mit Hybris, Mord und Krieg gegen unsere Nachbarn im Inneren wie im Äußeren vergingen. Es war und blieb das Verdienst dieser Generation, der 68er. Es war ein mühsam errungener Segen, sich neu, anders und tiefer erinnern zu können. Trotz aller Irrwege, die sich mit dem Aufbegehren der 68er auch verbunden haben, haben sie die historische Schuld ins kollektive Bewusstsein gerückt.</p>
<p>Diese auf Fakten basierende und an Werten orientierte Aufarbeitung der Vergangenheit wurde nicht nur richtungsweisend für uns nach 1989 in Ostdeutschland. Sie wird auch als beispielhaft von vielen Gesellschaften empfunden, die ein totalitäres oder despotisches Joch abgeschüttelt haben und nicht wissen, wie sie mit der Last der Vergangenheit umgehen sollen.</p>
<p>Das entschlossene Ja der Westdeutschen zu Europa ist ein weiteres kostbares Gut der deutschen Nachkriegsgeschichte, ein Erinnerungsgut, das uns wichtig bleiben sollte. Konrad Adenauer, Kanzler des Landes, das eben noch geprägt und dann ruiniert war vom Nationalismus, wird zu einem der Gründungsväter einer zukunftsgerichteten europäischen Integration, Dankbarkeit und Freude.</p>
<p>So wie später &#8211; 1989 &#8211; dieser nächste Schatz in unserem Erinnerungsgut. Da waren die Ostdeutschen zu einer friedlichen Revolution imstande, zu einer friedlichen Freiheitsrevolution. Wir wurden das Volk, und wir wurden ein Volk. Und nie vergessen: Vor dem Fall der Mauer mussten sich die vielen ermächtigen. Erst wenn die Menschen aufstehen und sagen: „Wir sind das Volk“, werden sie sprechen können: „Wir sind ein Volk“, werden die Mauern fallen.</p>
<p>Damals wurde auf ganz unblutige Weise auch der jahrzehntelange Ost-West-Gegensatz aus den Zeiten des Kalten Krieges gelöscht, und die aus ihr erwachsende Kriegsgefahr wurde besiegt und beseitigt.</p>
<p>Wenn ich so spreche, ist der Sinn dessen, dass ich nicht nur über die Schattenseiten, über Schuld und Versagen sprechen möchte. Auch jener Teil unserer Geschichte darf nicht vergessen sein, der die Neugründung einer politischen Kultur der Freiheit, die gelebte Verantwortung, die Friedensfähigkeit und die Solidarität unseres Volkes umfasst. Das ist kein Paradigmenwechsel in der Erinnerungskultur. Das ist eine Paradigmenergänzung. Sie soll uns ermutigen: Das, was mehrfach in der Vergangenheit gelungen ist, all die Herausforderungen der Zeit anzunehmen und sie nach besten Kräften, wenn auch nicht gleich ideal, zu lösen, das ist eine große Ermutigung auch für uns in der Zukunft.</p>
<p>Wie soll es nun also aussehen, dieses Land, zu dem unsere Kinder und Enkel „unser Land“ sagen? Es soll unser Land sein, weil unser Land soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und Aufstiegschancen verbindet.</p>
<p>Der Weg dazu ist nicht der einer irgendwie paternalistischen Fürsorgepolitik, sondern ein Sozialstaat, der vorsorgt und ermächtigt. Wie dürfen nicht dulden, dass Kinder ihre Talente nicht entfalten können, weil keine Chancengleichheit existiert. Wir dürfen nicht dulden, dass Menschen den Eindruck haben, Leistung lohne sich für sie nicht mehr und der Aufstieg sei ihnen selbst dann verwehrt, wenn sie sich nach Kräften bemühen. Wir dürfen nicht dulden, dass Menschen den Eindruck haben, sie seien nicht Teil unserer Gesellschaft, weil sie arm oder alt oder behindert sind. Freiheit ist eine notwendige Bedingung von Gerechtigkeit. Denn was Gerechtigkeit, auch soziale Gerechtigkeit, bedeutet und was wir tun müssen, um ihr näherzukommen, lässt sich nicht paternalistisch anordnen, nur in intensiver demokratischer Diskussion und Debatte zu klären.</p>
<p>Umgekehrt ist das Bemühen um Gerechtigkeit unerlässlich für die Bewahrung der Freiheit. Wenn die Zahl der Menschen wächst, die den Eindruck haben, ihr Staat meine es mit dem Bekenntnis zu einer gerechten Ordnung in der Gesellschaft nicht ernst, sinkt das Vertrauen in die Demokratie. Unser Land muss also ein Land sein, das beides verbindet: Freiheit als Bedingung für Gerechtigkeit und Gerechtigkeit als Bedingung dafür, Freiheit und Selbstverwirklichung erlebbar zu machen.</p>
<p>Sodann: In unserem Land sollen auch alle zu Hause sein können, die hier leben. Wir leben inzwischen in einem Staat, in dem neben die ganz selbstverständliche deutschsprachige und christliche Tradition Religionen wie der Islam getreten sind, auch andere Sprachen, andere Traditionen und Kulturen, in dem der Staat, sich immer weniger durch nationale Zugehörigkeit seiner Bürger definieren lässt, sondern durch ihre Zugehörigkeit zu einer politischen und ethischen Wertegemeinschaft, in dem nicht ausschließlich die über lange Zeit entstandene Schicksalsgemeinschaft das Gemeinwesen bestimmt, sondern zunehmend das Streben der Unterschiedlichen nach dem Gemeinsamen: diesem unseren Staat in Europa.</p>
<p>Und wir finden dieses Gemeinsame in diesem unseren Staat in Europa, in dem wir in Freiheit, Frieden und in Solidarität miteinander leben wollen. Wir wären allerdings schlecht beraten, wenn wir aus Ignoranz oder falsch verstandener Korrektheit vor realen Problemen die Augen verschließen würden. Hierauf hat bereits Bundespräsident Johannes Rau in seiner Berliner Rede vor zwölf Jahren eindrücklich und deutlich hingewiesen. Aber in Fragen des Zusammenlebens dürfen wir uns eben nicht letztlich von Ängsten, Ressentiments und negativen Projektionen leiten lassen. Für eine einladende, offene Gesellschaft hat Bundespräsident Christian Wulff in seiner Amtszeit nachhaltige Impulse gegeben. Herr Bundespräsident Wulff, dieses Ihr Anliegen wird auch mir beständig am Herzen liegen.</p>
<p>Unsere Verfassung, meine Damen und Herren, spricht allen Menschen dieselbe Würde zu, ungeachtet dessen, woher sie kommen, woran sie glauben oder welche Sprache sie sprechen. Sie tut dies nicht als Belohnung für gelungene Integration, sie versagt dies aber auch nicht als Sanktion für verweigerte Integration. Unsere Verfassung wie unser Menschsein tragen uns auf, im Anderen geschwisterlich uns selbst zu sehen: begabt und berechtigt zur Teilhabe wie wir.</p>
<p>Der Philosoph Hans-Georg Gadamer war der Ansicht, nach den Erschütterungen der Geschichte erwarte speziell uns in Europa eine „wahre Schule“ des Miteinanders auf engstem Raum. Zitat: „Mit dem Anderen leben, als der Andere des Anderen leben.“ Darin sah er die ethische und politische Aufgabe Europas. Dieses Ja zu Europa gilt es nun ebenfalls zu bewahren. Gerade in Krisenzeiten ist die Neigung, sich auf die Ebene des Nationalstaats zu flüchten, besonders ausgeprägt. Das europäische Miteinander ist aber ohne den Lebensatem der Solidarität nicht gestaltbar. Gerade in der Krise heißt es deshalb: Wir wollen mehr Europa wagen.</p>
<p>Mit Freude sehe ich, dass gerade auch die Mehrheit der Deutschen diesem europäischen Gedanken wieder und weiter Zukunft gibt. Europa war für meine Generation Verheißung, aufbauend auf abendländischen Traditionen, dem antiken Erbe einer gemeinsamen Rechtsordnung, dem christlichen und jüdischen Erbe. Für meine Enkel ist Europa längst aktuelle Lebenswirklichkeit mit grenzüberschreitender Freiheit und den Chancen und Sorgen einer offenen Gesellschaft. Nicht nur für meine Enkel ist diese Lebenswirklichkeit ein wunderbarer Gewinn.</p>
<p>Wie kann es noch aussehen, dieses Land, in dem unsere Kinder und Enkel „unser Land“ sagen sollen? Nicht nur bei uns, sondern auch in Europa und darüber hinaus ist die repräsentative Demokratie das einzig geeignete System, Gruppeninteressen und Gemeinwohlinteressen auszugleichen.</p>
<p>Das Besondere dieses Systems ist nicht seine Vollkommenheit, sondern dass es sich um ein lernfähiges System handelt. Neben den Parteien und anderen demokratischen Institutionen existiert aber eine zweite Stütze unserer Demokratie: die aktive Bürgergesellschaft. Bürgerinitiativen, Ad-hoc-Bewegungen, auch Teile der digitalen Netzgemeinde ergänzen mit ihrem Engagement, aber auch mit ihrem Protest die parlamentarische Demokratie und gleichen Mängel aus. Und anders als die Demokratie von Weimar verfügt unser Land über genügend Demokraten, die dem Ungeist von Fanatikern und Terroristen und Mordgesellen wehren.</p>
<p>Sie alle bezeugen mit unterschiedlichen politischen oder religiösen Gründen: Wir lassen uns unsere Demokratie nicht wegnehmen. Wir stehen zu diesem Land. Wir stehen zu diesem Land, nicht weil es so vollkommen ist, sondern weil wir nie zuvor ein besseres gesehen haben. Und speziell zu den rechtsextremen Verächtern unserer Demokratie sagen wir mit aller Deutlichkeit: Euer Hass ist unser Ansporn, wir lassen unser Land nicht im Stich. Wir schenken Euch auch nicht unsere Angst. Ihr werdet Vergangenheit sein und unsere Demokratie wird leben.</p>
<p>Die Extremisten anderer politischer Richtungen werden unserer Entschlossenheit in gleicher Weise begegnen. Und auch denjenigen, die unter dem Deckmantel der Religion Fanatismus und Terror ins Land tragen, und die hinter die europäische Aufklärung zurückfallen, werden wir Einhalt gebieten. Ihnen sagen wir: Die Völker ziehen in die Richtung der Freiheit. Ihr werdet den Zug vielleicht behindern, aber endgültig aufhalten könnt ihr ihn nicht.</p>
<p>Mir macht allerdings auch die Distanz vieler Bürgerinnen und Bürger zu den demokratischen Institutionen Angst: die geringe Wahlbeteiligung, auch die Geringschätzung oder gar Verachtung von politischem Engagement, von Politik und Politikern. „Was?“, so hören wir es oft im privaten Raum, „Was, Du gehst zur Sitzung eines Ortsvereins?“ „Wie bitte, Du bist aktiv in einer Gewerkschaft?“ Manche finden das dann uncool. Ich frage mich dann manchmal: Wo wäre eigentlich unsere Gesellschaft ohne derlei Aktivitäten? Wir alle haben nichts von dieser Distanz zwischen Regierenden und Regierten. Meine Bitte an beide, an Regierende wie Regierte, ist: Findet Euch nicht ab mit dieser zunehmenden Distanz.</p>
<p>Für die politisch Handelnden heißt das: Erst redet offen und klar, dann kann verloren gegangenes Vertrauen wiedergewonnen werden. Den Regierten, unseren Bürgern, muten wir zu: Seid nicht nur Konsumenten. Ihr seid Bürger, das heißt Gestalter, Mitgestalter. Wem Teilhabe möglich ist und wer ohne Not auf sie verzichtet, der vergibt eine der schönsten und größten Möglichkeiten des menschlichen Daseins – Verantwortung zu leben.</p>
<p>Zum Schluss erlaube ich mir, Sie alle um ein Geschenk zu bitten: um Vertrauen. Zuletzt bitte ich Sie um Vertrauen in meine Person. Davor aber bitte ich Sie um Vertrauen zu denen, die in unserem Land Verantwortung tragen, wie ich diese um Vertrauen zu all den Bewohnern dieses wiedervereinigten und erwachsenen Landes bitte. Und davor wiederum bitte ich Sie alle, mutig und immer wieder damit zu beginnen, Vertrauen in sich selbst zu setzen. Nach einem Wort Gandhis kann nur ein Mensch mit Selbstvertrauen Fortschritt machen und Erfolge haben. Dies gilt für einen Menschen wie für ein Land, so Gandhi. Ob wir den Kindern und Enkeln dieses Landes Geld oder Gut vererben werden, das wissen wir nicht. Aber dass es möglich ist, nicht den Ängsten zu folgen, sondern den Mut zu wählen, davon haben wir nicht nur geträumt, das haben wir gelebt und gezeigt. Gott und den Menschen sei Dank. Dieses Erbe dürfen sie erwarten.</p>
<p>Rhetorikmagazin<br />
Mitschrift <a href="http://www.sprachstil-des-erfolgs.de/" target="_blank">Christian Bargenda</a></p>
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